Mittwoch, 7. Oktober 2026

Ausflug 3 / Excursion 3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ziel unseres Ausflugs war die Sonderausstellung "Ein Koffer voller Heimweh – Alltag in der Kinderkur" sowie die Fotoausstellung "In fremde Hände – Spuren der Kinderverschickung". Wir, eine Reihe von Betroffenen, sahen sie sich zusammen an.
Was daran ist ein "Freudenschauer"? Für mich tatsächlich die Entdeckung, mit dem Schicksal "Kur" als vier- bis fünfjähriges Kind nicht allein gewesen zu sein – obwohl ich und überraschenderweise auch die anderen "Kinder" das ein Leben lang gedacht haben. Worte dafür zu haben, sich äußern zu können und sich mit anderen, die dasselbe erlebt haben, auszutauschen und sofort verstanden zu werden: ein großes Geschenk.
Auch zu sehen, was eine Bewegung von engagierten Menschen innerhalb weniger Jahre auf die Beine stellen kann in Sachen Aufarbeitung, über Vereinsgründungen, Kongresse, Begegnungstage, Citizen Science, Informationsangebote, öffentliches Engagement durch Kunstaktionen und Dokumentarfilme. 

The purpose of our outing was to see the special exhibition "A Suitcase Full of Homesickness – Daily life in the children's health resort" and the photo exhibition "Into Strange Hands – Traces of the Children's Spa Program." A group of us, all affected individuals, visited them together.
What about it is a "Freudenschauer"? For me, it was the realization that I wasn't alone in facing this fate as a four- or five-year-old child – even though I, and surprisingly the other "children" as well, had thought so for a lifetime. Having words to express this past event, being able to talk about it, and connecting with others who had experienced the same thing, and being immediately understood: a great gift.
Also, seeing what a movement of dedicated people can achieve within just a few years in terms of coming to terms with the past, through founding associations, congresses, meeting days, initiating citizen science, providing information, and engaging in public discourse through art projects and documentaries.

 


 

4 Kommentare:

  1. Genau zu diesem Thema,
    liebe Petra,
    wurde kürzlich in der Tageszeitung ein Artikel veröffentlicht.
    Betroffene kamen zu Wort. Ehemalige Heimkinder und deren Schicksale wurden öffentlich.
    Selbst war ich (wie du) allerdings als Achtjährige während der Sommerferien zur 'Kur' in einem Kinderheim im Berner Oberland.
    Ich habe vor Jahren einen Beitrag im Blog geschrieben darüber.
    Danke für deinen Beitrag heute!
    Ich schicke dir liebe Grüsse und eine grosse Umarmung
    Hausfrau Hanna

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    1. Ja, es gibt allein in Deutschland 8–12 Millionen Betroffene. Die Erfahrungen sind vielschichtig und es ist gut, sie alle zu hören, einander auf verschiedenen Ebenen zu begegnen. Habt ihr euch in der Schweiz auch organisiert?
      Eine Große Umarmung zurück, liebe Hausfrau Hanna,
      Petra

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  2. Ohje, das tönt nach viel kindlichem Kummer und Frust.
    Wie gut, wenn das mit anderen Betroffenen angegangen und ein wenig aufgearbeitet werden kann.
    Dazu hilft eine solche Ausstellung sicher ungemein.
    Einen nachdenklichen Gruss zu dir,
    Brigitte

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    1. Kummer, liebe Brigitte, der durch die Vereinzelung in jungen Jahren (obwohl wir in Gruppen waren) allein geschultert wurde. Der Schmerz war größtenteils selbst den Eltern nicht vermittelbar, weil uns kleineren Kindern die Worte fehlten, um das Erlebte auszudrücken, aber auch oft Unglaube oder fehlendes Verständnis der Eltern, deren normaler Alltag zu Hause einfach weiterging.
      Ich glaube, wir holen uns durch unseren Zusammenschluss gerade gegenseitig aus der "Kur" ab.
      Liebe Grüße
      Petra

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